Wowereit bittet den Steuerzahler zur Kasse: Die Schließungskosten für Tempelhof seit dem 31.10.08 + des Kaufpreises f.d. Bundesanteile von THF!
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Quo Vadis Tempelhof?

Es verfestigt sich bezüglich des Flughafens Tempelhofs immer mehr der Eindruck eines konzeptionslosen Agierens des Berliner Senats.

Entsprechenden Prognosen vor der Schließung des Flughafens wurde jedoch heftig widersprochen. Das aktuell drittgrößte Gebäude der Welt, mit seiner Länge von 1 230 m und einer Bruttogeschossfläche von 284 000 qm, incl. eines Vorfelds von ca. 480 000 qm kommt über eine punktuelle Nutzung nach wie vor nicht hinaus und fristet ein Schattendasein. Eine Stadtbrache, mit einer Fläche von insgesamt 386 Hektar, nimmt hier Gestalt an. Der Berliner Tiergarten misst hingegen „nur“ 210 Hektar!

Der aktuelle Status lässt sich daher wie folgt zusammenfassen: Die politische Führung dieser Stadt hat im Ergebnis eine Stadtbrache erzeugt, deren Existenz nur oberflächlich durch eine Vielzahl von punktuellen Nutzungen verdeckt wird.

Weder ist über das gesamte Jahr hinaus eine nennenswerte Auslastung gewährleistet, noch kann zukünftig sichergestellt werden, dass die Unterhaltskosten von ca. 20 Mio Euro/Jahr durch diese Veranstaltungen abgedeckt werden. Die subventionierte Stadtbrache Tempelhof ist daher ein Szenario, das immer mehr Gestalt annimmt, jedoch in keinem Ideenwettbewerb vorkommt.

Schnelle und punktgenaue Verkehrsverbindungen sind die Grundlage für die Entwicklung von urbanen Zentren weltweit, auf die u.a. Manager der Wirtschaft und der Kultur angewiesen sind. Berlin geht nun mehrere Schritte zurück und wird die Zahl der Runways, incl. der Schließung des City-Flughafens Tempelhof, von 6 auf 2 verringern.

Politisch wurde ein intelligentes Multi-Airport-Konzept verhindert, Tempelhof selbst wurde von interessierter Seite diskreditiert und musste vermeintlich aus Gründen der „sozialen Gerechtigkeit“ (Arbeiterwohlfahrt Berlin) geschlossen werden. Weltweit löste diese späte Form der „Maschinen-Stürmerei“ Unverständnis und Zweifel an der Rationalität des Vorgehens aus, da international City-Airports neu gebaut und nicht geschlossen werden; Berlin ist nun einen anderen Weg gegangen.

Berlin nahm sich zudem mit der Schließung von Tempelhof und der vorgesehenen Schließung von Tegel jede Reservekapazität im Luftverkehr. Die mangelhafte Einnahmesituation Tempelhofs, die wie beschrieben komplett zu Lasten des Berliner Landeshaushalts geht, kann nur durch ein wirtschaftlich leistungsfähiges Gesamtkonzept verbessert werden, das jedoch bis jetzt nicht zu erkennen ist.

Da wir davon ausgehen, dass auch die Berliner Landesregierung verpflichtet ist, sorgfältig mit den ihr anvertrauten Haushaltsmitteln umzugehen, werden wir auch weiterhin nachfragen, wie groß der Subventionsbedarf für den aus politischen Gründen geschlossenen Flughafen Tempelhof tatsächlich ist und ob der Berliner Senat verantwortlich mit den Zukunftschancen dieser Stadt umgeht. An realen Bezugspunkten für unsere Arbeit wird es daher nicht mangeln.

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