1920 - 1940 | 1950 - 1960 | 1970 - 1980 | 1990 - 2009
Eröffnung
des Flugplatzes Tempelhof und Übergabe des Tempelhofer Feldes an die
Junkers Luftverkehr-Gesellschaft und die Deutsche Aero-Lloyd durch den
Berliner Magistrat. Initiator war der Verkehrsstadtrat Dr. Leonard
Adler.
Hiermit endete die über zweihundertjährige Geschichte des
Militärgeländes Tempelhofer Feld und die Ära der zivilen Nutzung
begann. Der Flughafen Berlin wurde bald zum Standort von mehr als 30
Fluggesellschaften. Er entwickelte sich in der Folge schnell zu einem
der wichtigsten europäischen Luftdrehkreuze.

Dr. Leonard Adler war u. a. verantwortlich für die
Gründung der Berliner Verkehrsgesellschaft, BVG. Der Diplom-Ingenieur
wurde nach dem Krieg Generaldirektor der Verkehrsbetriebe in Mailand
und widmete sich danach als Franziskaner-Priester der Arbeiterseelsorge.
Mit
dem Flughafen Tempelhof wurde der erste Verkehrsflughafen der Welt
eröffnet. Ab 1927 verfügte der Flughafen mit dem U-Bhf-Paradestraße
über einen direkten U-Bahn-Anschluß. Der heutige U-Bhf-Platz der
Luftbrücke (ehem. U-Bhf-Kreuzberg/U-Bhf-Flughafen) entstand dann im
Rahmen des Ausbaus von Tempelhof zum Zentralflughafen in den Dreißiger
Jahren.
19.05.1924
Gründung der Berliner Flughafen-Gesellschaft (BFG)
1926-32
Nationale und internationale Flugtage begeistern bis zu 400.000 Besucher
06.01.1926
Gründung der Deutschen Luft Hansa. Die beiden Tempelhofer Fluggesellschaften Deutsche Aero-Lloyd und Junkers Luftverkehr schließen sich zu dem neuen Unternehmen Deutsche Luft Hansa zusammen.

01.05.1926
Erste Nachtflugstrecke Berlin-Königsberg mit Anschluss an die Verbindung Königsberg-Moskau.
23.07.1926
Drei Junkers G-24 starten in Berlin und landen am 30.08.1926 in Peking.
07.06.1927

Nach einer Nonstop-Atlantiküberquerung erreichen Clarence D. Chamberlin und Charles Levine mit ihrer Bellanca W. B. 2 "Columbia" Berlin. Vier Wochen vorher war Charles Lindbergh nach dem ersten Nonstop-Atlantikflug in Paris gelandet.
14.05.1928
Erste Schnellverbindung Berlin - Zürich in 5 Stunden und 15 Minuten.
1931

Mit
der Junkers G 38 wird das damals größte Landflugzeug der Welt von der
Luft Hansa in Dienst gestellt. Im gleichen Jahr wird die dreimotorige
Ju 52 "Tante Ju" der Öffentlichkeit vorgestellt.*
13.05.1931

Erste Landung des Luftschiffs "Graf Zeppelin" in Berlin-Tempelhof.
1932

Flugtag und Deutsche Luftsportausstellung auf dem Flughafen Tempelhof
1934
Planung
eines neuen Abfertigungsgebäudes durch Prof. Ernst Sagebiel. Der
Flughafen Tempelhof fertigt in diesem Jahr 200 000 Passagiere ab.

Mit seinem Verkehrsaufkommen liegt der Berliner Zentralflughafen vor Paris, Amsterdam und London an der Spitze des Europäischen Luftverkehrs.
1936
Baubeginn der neuen Abfertigungsanlagen. Nach dem Ausbau soll der Flughafen eine Abfertigungskapazität von 6 Millionen Passagieren pro Jahr haben.

Das in der Folgezeit entstandene Flughafengebäude ist mit 284 000 qm und einer Gesamtlänge von 1 230 m heute das drittgrößte Bürogebäude der Welt. Übertroffen nur noch vom Pentagon in Washington D.C. und dem Parlamentsgebäude in Bukarest.

Das Vorfeld des Flughafens besitzt mit 480 000 qm ebenfalls eine beeindruckende Größe und eine große Zahl von Flugzeugstellplätzen. Das realisierte Flughafenkonzept zeichnet sich auch heute noch durch eine hohe Funktionalität und kurze Wege aus.

04.12.1937
Richtfest der neuen Abfertigungsanlagen
14.08.1938

Erste Landung einer Verkehrsmaschine vom Typ Focke-Wulf Condor nach dem ersten Transatlantikflug Berlin-New York und zurück. Bei der Focke-Wulf Condor handelte es sich um das erste viermotorige und damit um das modernste Passagierflugzeug seiner Zeit. Tempelhof war damit erneut Schauplatz einer technischen Innovation geworden.
01.04.1939
Teilfertigstellung des neuen Flughafens. Einzug der Verwaltung und der Werkstätten der Lufthansa.
1939-1945
Bombardierung des Flugfeldes, relativ geringe Schäden an den Gebäuden. Der Flughafen Tempelhof erfüllte während des Krieges zwar keine militärische Funktion. Er war aber ein Standort der Montage von Kampfflugzeugen.
22.04.1945
Als letztes Flugzeug der Lufthansa verlässt eine Ju 52 Tempelhof in Richtung Warnemünde.
04.07.1945
Nach einer kurzzeitigen Besetzung von Tempelhof durch die Rote Armee Ankunft amerikanischer Luftlandeeinheiten
Mai 1946

Mit
einer DC-4 der Fluggesellschaft American Overseas Airlines AOA landet
die erste Passagiermaschine nach dem Krieg in Tempelhof.
26.06.1948

Beginn der Luftbrücke. Aufgrund der sowjetischen Blockade der Landverbindungen zu den Sektoren der West-Alliierten in Berlin wird, unter der Leitung des Militärgouverneurs der US-amerikanischen Besatzungszone, General Lucius D. Clay, das gößte luftgestützte Versorgungsunternehmen der Geschichte gestartet.
In Tempelhof, Tegel
und Gatow landen und starten im 90-Sekunden-Takt Flugzeuge um die 2, 2
Millionen Menschen im Westteil Berlins zu versorgen. Die Douglas C-47
Skytrain avanciert hierbei zum Sinnbild der Luftbrücke. Da der
amerikanische Pilot Gail Halvorsen auf eigene Initiative hin
Süßigkeiten abwirft, erhalten die Transportflugzeuge insgesamt
den Spitznamen "Rosinenbomber".
09.09.1948

Ernst
Reuter: "Ihr Völker der Welt, ihr Völker in Amerika, in England, in
Frankreich, in Italien! Schaut auf diese Stadt und erkennt, dass ihr
diese Stadt und dieses Volk nicht preisgeben dürft und nicht preisgeben
könnt!" Auf dem Platz der Republik vor dem Reichstag hatten sich mehr
als 350.000 Menschen zur größten Kundgebung seit dem Kriegsende
eingefunden.
12.09.1948
Die
US-Streitkräfte laden ca. 150 Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens,
d.h. Senatsvertreter, Geschäftsleute u. Repräsentanten von
Wohltätigkeitsorganisationen auf den Flughafen Tempelhof ein, um das
reibungslose Funktionieren der Luftbrücke zu demonstrieren. Mit dieser
Veranstaltung wird der "Tag der offenen Tür/Open House" in Tempelhof
begründet.

Ab 1950 wird das Flughafengelände einmal im Jahr
für die gesamte Bevölkerung geöffnet. Der "Tag der offenen Tür"
entwickelt sich in der Folge zu einer der erfolgreichsten
Veranstaltungen überhaupt. Jedes Jahr besuchen Hunderttausende den
Flughafen Tempelhof.
16.04.1949

Rekordtag der Luftbrücke.
In 1 344 Einsätzen werden 9 993 Tonnen Lebensmittel und Gebrauchsgüter in die Stadt geflogen. Insgesamt werden im Verlauf der Luftbrücke 2,3 Millionen Tonnen Fracht eingeflogen, davon 1,44 Millionen Tonnen Kohle, 490 000 Tonnen Nahrungsmittel und 160 000 Tonnen Baustoffe.
12.05.1949
Ende der Luftbrücke
30.09.1949
Der Platz vor dem Flughafen erhält den Namen "Platz der Luftbrücke". Seit 1951 erinnert das Luftbrückendenkmal, im Volksmund die "Hungerharke" genannt, an die 41 Briten, 31 US-Amerikaner und 6 Deutschen, die bei den rund 278 000 Flügen ihr Leben ließen, um das freie Berlin aus der Luft zu versorgen.

Eine zweite kleinere „Hungerharke“ steht am "anderen Ende" der Luftbrücke am Flughafen Frankfurt a. M. Während der Sowjetischen Blockade gab es unter der Berliner Zivilbevölkerung zudem zahlreiche Opfer aufgrund von Krankheit und Mangelernährung.
05.01.1950
Die Air-France nimmt den zivilen Flugverkehr wieder auf.
14.07.1950
Vertrag über die zivile Nutzung von Tempelhof durch die BEA, AOA/Pan Am und die Air France.
09.07.1951
Weiterer Ausbau des Flughafens, Eröffnung der neuen Abfertigungsanlagen.
1954
In diesem Jahr fertigt der Flughafen Tempelhof mehr als 650 000 Passagiere ab.
06.06.1955

Die erste DC-6 der Pan Am trifft aus New York kommend in Tempelhof ein.
06.12.1955
Der dreimillionste Fluggast seit der Wiedereröffnung des zivilen Teils wird in THF begrüßt.
07.10.1957

Die Air-France setzt auf der Strecke Paris-Berlin erstmals die Super G Constellation ein.
24.02.1960

Mit der Caravelle der Air-France beginnt das Zeitalter der Düsenjets in Tempelhof.
02.07.1962
Eröffnung der umgebauten und reparierten Passagierhalle des Flughafens Tempelhof, zentrales Element des Flughafens.
01.12.1964

Erstflug einer Boing 727 der Pan Am in Tempelhof.
30.06.1967
25millionster Fluggast seit der Wiedereröffnung des zivilen Teils.
12.06.1969
Baubeginn für den Flughafen Berlin-Tegel
Juli 1971
Das größte Transportflugzeug der Welt, die C5A "Galaxy" der U.S. Air Force, landet in Tempelhof.
September 1972
Ein Großraumflugzeug des Typs Lockheed L 1011 der BEA landet in Tempelhof.
1974

In diesem Jahr werden mehr als 6 Millionen Passagiere in THF abgefertigt.
Ca. 320 000 Besucher nehmen am "Tag der offenen Tür" auf dem Flughafen Tempelhof teil.
01.09.1975
Umzug der Liniengesellschaften British Airways und Pan Am nach Tegel und Schließung von THF für den zivilen Luftverkehr.
September 1976
Erstlandung einer Boeing 747 SP "Jumbo" in THF.
18.11.1983
Begrüßung des 100millionsten Fluggastes in Tempelhof.
01.07.1984
Inbetriebnahme des neuen 71,3m hohen Radarturmes. Im Umkreis von 360 km können nun alle Flugbewegungen überwacht werden.
1985

1985 wird der Flughafen Tempelhof für den zivilen Flugverkehr erneut geöffnet. Da die US Air Force in Tempelhof bleibt, wird der Flughafen zweigeteilt in einen zivilen und einen militärischen Teil.
Zum Winterflugplan 1990 nimmt Lufthansa wieder Flüge mit Regionalflugzeugen in Tempelhof auf.
Anläßlich ihrer Rückkehr ließ die Deutsche Lufthansa AG eine Bronze-Plakette mit dem untenstehenden Text verfassen. Die Plakette wurde an der Außenfassade des Flughafens Tempelhof angebracht und ist nach wie vor dort zu besichtigen:

"Hier in Tempelhof hatte die am 6. Januar 1926
gegründete Deutsche Lufthansa AG von 1938
bis 1945 ihren Verwaltungssitz.Tempelhof war
auch Zentralflughafen der Lufthansa-Flotte. Wir
bleiben uns unserer Bindung an Berlin bewußt.
Deutsche Lufthansa Aktiengesellschaft"
03.10.1990
Übergabe der Lufthoheit an die deutschen Behörden. Erstmals nach 1945 können wieder Passagierflugzeuge mit deutscher Zulassung in THF landen.
31.03.1991
Im Sommerflugplan bieten 10 Luftverkehrsgesellschaften 11 innerdeutsche und 8 internationale Ziele im Liniendienst an.
31.12.1991
Im ersten Jahr der Reaktivierung des Flughafens werden 404.048 Passagiere gezählt.
1992
Zum letzten Mal findet der "Tag der offenen Tür" der US-Forces in Tempelhof statt.
26.06.1993
Die US-Airforce übergibt den Flughafen Tempelhof der Berliner Flughafengesellschaft. Teilender Stacheldraht wird entfernt.
1994
1994 werden von Lufthansa die Destinationen Basel, Bremen, Brüssel, Hamburg, Kiel, Rönne, Wien sowie von LH-Partnern Genf, Kopenhagen, Luxemburg von Tempelhof aus angeflogen.
09.11.1994

Die neue Regionalkontrollzentrale der DFS Deutsche Flugsicherung wird eingeweiht.
1995
Lufthansa verlagert ihre Flüge nach Tegel und unterstützt dadurch die Schließungsabsichten der Flughafengesellschaft.
28.05.1996
Die Bundesregierung und die Bundesländer Berlin und Brandenburg legen im so genannten Konsensbeschluss die Schließung des Flughafens Tempelhof nach Rechtskraft des Planfeststellungbeschlusses für den neuen Großflughafen Berlin-Brandenburg International (BBI) fest. Seitdem wird mehrfach versucht, den Flughafen Tempelhof zu schließen.
01.11.1998

Beginn des Linienverkehrs von Tempelhof Express nach Köln/Bonn. Die Regionalfluggesellschaft fliegt von THF aus Ziele im innerdeutschen und innereuropäischen Raum an, u. a. Köln u. Nizza. Airline-Chef Romberg: "Unsere Kunden sind von THF aus in 5 Minuten am Potsdamer Platz und profitieren am Flughafen von einem Check-In von 10 Minuten."
23.09.2004


Der Eilantrag der in Tempelhof ansässigen Fluggesellschaften gegen den sofortigen Vollzug der Entlassung der Berliner Flughafengesellschaft aus der Betriebspflicht für den Flughafen Tempelhof hat Erfolg, THF bleibt offen.

27.05.2006

RedBull AirRace auf dem Flughafen Tempelhof. 475 000 Berliner besuchen den Flughafen Tempelhof.
09.07.2006

Finale der Fußball-Weltmeisterschaft im Berliner Olympiastadion. Auf dem Flughafen Tempelhof stehen, da weder in Tegel noch in Schönefeld entsprechende Kapazitäten vorhanden sind, ca. 300 Business-Jets.
Wäre diese Möglichkeit nicht vorhanden gewesen, hätten die Jets nach Leipzig oder Hannover ausweichen müssen. THF hat damit zum wiederholten Male seine Bedeutung als wichtige Ressource für Berlin unter Beweis gestellt.
19./21.12.2006

Die formale Richtigkeit des Schließungsbescheides vom August 2006 für den Flughafen Tempelhof, der die Schließung zum 31.10.07 vorsieht, wird vor dem Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg (OVG) verhandelt.
Die klagenden Tempelhofer Fluggesellschaften unterliegen am 12.02.2007. Die formale Richtigkeit des mehrfach abgeänderten und nun auf den 31.10.2008 datierten Schließungsbescheides wird vom OVG bestätigt, ohne dass hieraus ein Zwang zur Schließung hervorgehen würde.
Da das Gericht eine Revision nicht zulässt und aus diesem Grund eine Beschwerde auf die Zulassung einer Revision anhängig ist, besitzt das Urteil nach wie vor keine Rechtskraft.
08.05.07


Der Senat bestätigt die fristgerechte Einreichung von knapp 30 000 gültigen Vertrauensunterschriften zur Beantragung des Volksbegehrens zur Offenhaltung von Tempelhof. Das eigentliche Volksbegehren wird am 15.10.2007 beginnen und hat die Einwerbung von ca. 170 000 Unterschriften zum Ziel.
07.06.07

Durch ein hastig eingeleitetes Verfahren zur Aufhebung der Planfeststellung für den Flughafen Tempelhof wird seitens des Berliner Senats versucht, den sich abzeichnenden Erfolg des Volksbegehrens zu unterlaufen.

Diese so genannte Entwidmung des Flughafengeländes würde die luftverkehrsrechtliche Zweckbestimmung des Geländes auf dem reinen Verwaltungsweg unwiderruflich aufheben: Tempelhof könnte nicht mehr als Flughafen genutzt werden. Gegen den von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung erlassenen Entwidmungsbescheid sind jedoch mehrere Klagen eingereicht worden – das Verfahren ist also weiterhin ergebnisoffen.
08.09.07
Erstlandung eines A 330 in Tempelhof
15.09.07
Die AOPA, Verband der Allgemeinen Luftfahrt, veranstaltet ein Tempelhof-Fly-In von über 100 Privatpiloten. Privatflieger aus der ganzen Welt demonstrieren für den Erhalt von THF. Unter ihnen der Rapper Smudo von den Fantastischen Vier.


21.11.07
Die Feldlerche liebt den Flughafen Tempelhof!
Während einer Veranstaltung zum Thema Flughafen Tempelhof gab die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung bekannt: Ein Großteil der Berliner Population der bedrohten Singvogelart Feldlerche (lat. Alauda arvensis) ist auf dem Flughafen Tempelhof heimisch.
Der Charaktervogel der offenen Agrarlandschaft hat sich somit als großer Tempelhof-Fan geoutet, wie übrigens schon 74% der Berliner. Zur Frage, ob die Feldlerche auch am Volksbegehren teilnehmen darf, wollte sich die Senats-Sprecherin jedoch nicht äußern.
30.11.2007

Nach langem Schweigen meldete sich nun ein weiterer Tempelhof-Fan, der Mäusebussard (lat. Buteo buteo), zu Wort: „Ich kann es gar nicht fassen, dass Wowereit & Co den Flughafen Tempelhof dicht machen wollen! Ich gucke hier immer wieder mal nach dem Rechten und lasse ab und zu ein Mäuschen mitgehen. Nebenbei schaue ich den großen Vögeln beim Starten und Landen zu!“
Wir können den Mäusebussard beruhigen: So wird es auch bleiben!
04.12.2007

Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig bestätigt die formale Richtigkeit des Schließungsbescheides für THF.
Ein Zwang zur Schließung geht aus diesem Urteil nicht hervor. Im Jahr 2008 wird die politische Entscheidung für die Offenhaltung des Flughafens Tempelhof fallen!
14.02.2008
204.907 Berliner haben ihre Unterschrift für den Erhalt des Flughafens Tempelhof geleistet.
Das Volksbegehren für den Erhalt des Flughafens Tempelhof ist damit erfolgreich abgeschlossen worden. Wir gratulieren Berlin zu diesem eindeutigen Votum und freuen uns auf den erfolgreichen Volksentscheid
Pro THF!
04.03.2008
Am 27.04.2008 findet der Volksentscheid über die Offenhaltung des Flughafens Tempelhof statt.
27.04.2008
Volksentscheid über die Offenhaltung des Flughafens Tempelhof
529 880 Ja-Stimmen für Tempelhof! Trotzdem war der Volksentscheid nicht erfolgreich. Es haben zwar 60% pro Tempelhof abgestimmt, aber das Quorum von 25% aller Wahlberechtigten wurde mit 21,7 % nicht erreicht.
06.06.2008
Gegen das festgestellte Ergebnis des Volksentscheids ist nun Verfassungsbeschwerde eingereicht worden. Es wird zu prüfen sein, ob die einschlägigen Äußerungen des Regierenden Bürgermeisters als ernsthafte Ankündigungen eines Verfassungsbruchs gerügt werden müssen und ob somit faire Rahmenbedingungen für die Durchführung des Volksentscheids vorlagen. Sollte das Verfassungsgericht diesen Verdacht bestätigen, müßte die Abstimmung wiederholt werden.
28.08.2008
Erörterungstermin beim Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg / Klagen gegen den Entwidmungsbescheid (Aufhebung des Nutzungszwecks) für den Flughafen Tempelhof. Gegen den Bescheid liegen Klagen der ICAT und des Privatklägers Wolfgang Przewieslik vor.
Als Ergebnis des Erörterungstermins wurde ein Termin für die mündliche Verhandlung für den Dezember 2008 in Aussicht gestellt.
Der Entwidmungsbescheid, terminiert für den 31.10.2008, wird daher zu diesem Termin, zeitgleich mit dem Datum der geplanten Einstellung des Flugverkehrs, nicht (!) rechtskräftig werden. Der Flughafen Tempelhof würde seinen Nutzungszweck daher auch im Falle einer Schließung behalten. Unter einer neuen Betreibergesellschaft könnte der Flughafen Tempelhof dann prinzipiell erneut geöffnet werden.
23.10.2008
Eine Gruppe von Berliner Bürgern erstattet Anzeige wg. des Verdachts der Untreue gegen Klaus Wowereit.
Der Regierende Bürgermeister wird beschuldigt in seiner Funktion als Aufsichtsratsvorsitzender der Flughafengesellschaft, durch seine Einflussnahme auf die Schließung des Flughafens Tempelhof eine Belastung des Landes Berlin von voraussichtlich 12 Mio Euro jährlich ohne äußere Not verursacht zu haben. Diese Belastung wird mehrere Jahre, möglicherweise bis 2015, andauern, so dass ein Schaden für den Haushalt des Landes Berlin in Höhe von bis zu 84 Mio Euro eintreten wird.
28.10.2008
Der Berliner Verfassungsgerichtshof hat den Einspruch der Interessengemeinschaft City-Airport Tempelhof (ICAT) gegen die Feststellung des Scheiterns des Volksentscheides zurückgewiesen.
30.10.2008

Klaus Wowereit schließt ohne eine stichhaltige Begründung die herausragende Infrastruktureinrichtung Flughafen Tempelhof.
Da das Entwidmungsverfahren für den Flughafen bisher noch nicht entschieden ist, bleibt Tempelhof – wenn auch derzeit geschlossen – im rechtlichen Sinne ein Flughafen.
Sogenannte Nachnutzungen dürfen nicht vorgenommen werden und die Deutsche Flugsicherung wird ihre Anlagen bis zum Ende aller Verfahren in Tempelhof belassen. Der Flughafen kann also jederzeit wieder eröffnet werden.
24.11.2008
Die letzten drei in Tempelhof verbliebenen Flugzeuge verlassen aufgrund einer Außenstartgenehmigung der Luftfahrtbehörde den Flughafen Tempelhof. Um 12 Uhr 11, 12 Uhr 12 und um 12 Uhr 15 rollen die beiden Antonow AN-2 sowie die Beechcraft Bonanza zum Start. Die Beechcraft Bonanza, mit Viola Holtzmann und Detlef Bosin am Steuer, ist damit die vorerst letzte Maschine, die vom Flughafen Tempelhof abhebt.

(Quelle: Privat, W. Przewieslik)
Am Schließungstag hatten die Wetterverhältnisse einen Start nicht zugelassen. Der Pressesprecher der Flughafengesellschaft, Ralf Kunkel, übte an diesem Tag massiven Druck auf die in Tempelhof verbliebenen Piloten aus. Kunkel sprach von einer Provokation (Berliner Morgenpost Online, 30.10.08, 22 Uhr 26) und drohte den verbleibenden Piloten einen Abtransport ihrer Flugzeuge per Tieflader an. Dieser Abtransport hätte pro Flugzeug ca. 60 000 Euro gekostet.
Dieser offensichtlichen Erpressung beugten sich dann eine Vielzahl von Piloten. Obwohl das Wetter an diesem Tag für Sichtflüge als unsafe eingestuft werden musste, verließen dann, bis auf die drei verbliebenen Flugzeuge, die restlichen Maschinen den Flughafen Tempelhof.
Die Luftfahrtbehörde stellte abschließend fest, dass die nachträgliche Auswertung der Wetterdaten des 30.10.08 ergeben hat, dass "ein Flug unter Sichtflugregeln nicht mehr durchzuführen war." Außerdem wurde der angedrohte Abtransport der Maschinen als unverhältnismäßig und aufgrund des zeitlichen und finanziellen Faktors als unzumutbar bezeichnet.

(Quelle: Privat, W. Przewieslik)
Der geschlossene und von Flugzeugen geräumte Flughafen Tempelhof.
Der Berliner Senat hat hiermit zu verantworten, dass eine benötigte Infrastruktureinrichtung mutwillig geschlossen und der Stadt Berlin somit ein schwerer Schaden zugefügt worden ist. Die, vom Steuerzahler zu tragenden, Unterhaltskosten belaufen sich auf mindestens 54 794, 52 Euro pro Tag und auf mindestens 20 Millionen Euro pro Jahr - für den geschlossenen Flughafen.
Der Flughafen Tempelhof ist zwar nun bedauerlicherweise geschlossen worden. Die Flughafenfunktion ist im rechtlichen Sinne jedoch nicht erloschen und der Flugbetrieb könnte daher jederzeit wieder aufgenommen werden. Es liegen diverse Konzepte für einen neuen Flughafen Tempelhof vor.
17.12.2008
Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg weist die beiden Klagen gegen den Entwidmungsbescheid für Tempelhof unter Ausschluss der Revision ab. Der Einzelkläger kündigte daraufhin die Einlegung einer Nichtzulassungsbeschwerde an.
Der Entwidmungsbescheid wird daher vorerst nicht rechtskräftig werden können und der Flughafen Tempelhof bleibt bis auf weiteres im planungsrechtlichen Sinne ein Flughafen.
Der Berliner Senat lässt auf dem geschlossenen, aber noch nicht entwidmeten, Flughafen Tempelhof den 60. Jahrestag des Endes der Berliner Blockade und das Auslaufen der Luftbrücke feiern. Eine Feier zum 60. Jahrestag des Beginns der Luftbrücke am 26.06.2008 wurde mit der zynischen Begründung „Wir feiern lieber die Freiheit als die Unfreiheit!“ verweigert.


(Quelle: Privat)
Der momentan funktionslose Flughafen wurde zur hohlen Kulisse für die Feier dieses wichtigen Gedenktages.
Anstatt realer Starts- und Landungen kam es daher auch nur zu einem Überflug eines Rosinenbombers über den nicht zugänglichen Start- und Landebahnen. Der Candy-Bomber musste seine Süßigkeiten außerhalb des eingezäunten Vorfelds abwerfen und die wartenden Kinder gingen erst einmal leer aus. Insgesamt erwartete den Besucher eine konzeptionslose Zusammenstellung von Imbissbuden, historischen Fahrzeugen und Showbühnen. Ein Luftbrückenflugzeug hatte sich auch hierher verirrt. Kurzum, eine würdelose Veranstaltung!

(Quelle: Roland Pogander)


(Quelle: Privat)
Unterdessen versucht der Berliner Senat Tatsachen zu schaffen und lässt „Umbaumaßnahmen“ vornehmen.



(Quelle: Privat)
Der Flughafen Tempelhof ist aber nach wie vor nicht entwidmet und die Anlagen der Deutschen Flugsicherung befinden sich bis auf Weiteres auf dem Gelände und können jederzeit wieder aktiviert werden.
Ein Foto aus besseren Tagen: Tag der offenen Tür 1984.

(Quelle: Jose Lopez Jr.)
18.08.2009
Das Bundesverwaltungsgericht bestätigte am 18.08.2009 entgültig die vom Berliner Senat verfügte planungsrechtliche Entwidmung des Flughafens und wies damit die Beschwerde eines Einzelklägers gegen eine gleichlautende Entscheidung des OVG Berlin-Brandenburg vom Dezember 2008 und gegen den Ausschluss der Revision ab.
Das Gericht hat das formale Vorgehen des Berliner Senats mit dieser letztinstanzlichen Entscheidung bestätigt. Die Schließung des Flughafens und die Entwidmung des Geländes entsprang hingegen einzig dem politischen Willen Wowereits.
Klaus Wowereit trägt die volle Verantwortung für die Folgen dieser Entscheidung. Eine dauerhafte Schädigung der regionalen Luftverkehrsinfrastruktur und weiter anwachsende Zuschusszahlungen für Tempelhof aus dem Berliner Landeshaushalt werden die Folge sein.
Adieu EDDI/THF!
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