Neue Ideen für Tempelhof und Tegel.
Und was sagt Radio Eriwan dazu?

Foto © Das Thema Tempelhof e.V. 2011. Größer als der Radar-Turm? Nein, aber auch Zwerge wären gerne groß.
Liebe Tempelhof-Freunde, liebe Leser unseres Newsletters,
wir haben nicht schlecht gestaunt, als wir dieses „Gebäude“ sahen. Was stellt es dar? Einen Hochbunker, eine Beton-Laube? Nein, alles falsch. Wir dürfen hier den temporären Pavillion der „Plattenvereinigung“ bestaunen.
Und wer ist diese „Plattenvereinigung“?
Das ist ein Projekt von "zukunftsgeraeusche", gefördert durch die "Deutsche Bundesstiftung Umwelt". O-Ton: „[Die] Plattenvereinigung errichtet ein Recyclinggebäude aus ost- und westdeutschen Betonplatten zur Vereinigung interdisziplinärer Akteure und Ansätze hin zur Entwicklung einer universellen Recyclingkultur.“
Diese „Plattenvereinigung“ führte am 18.08.11 eine Diskussion unter dem Titel „Eine Bibliothek als Motor für Tempelhof?“ durch. Nicht fehlen durfte auch die Senatsbaudirektorin Regula Lüscher, die sich ins kollektive Gedächtnis durch ihr Lob für den Entwurf eines „Puffhafens Tempelhof“ eingebrannt hat (nachzulesen in: Der Fall (von) Tempelhof, S. 181).
Der übliche Budenzauber also, dessen intellektuelles Niveau wieder weit unter jeder Nachweisgrenze lag. Diesmal wurde das Hallali allerdings begleitet von der „plattform nachwuchsarchitekten“, die noch 2010 die neugegründete „Tempelhof Projekt GmbH“ mit dem unübertroffenen Titel „Ente an Flugsalat“ belegten. Erwartungsgemäß ist dieser „Salat“ auch in der aktuellen Version nicht genießbar.
Radio Eriwan beantwortet die oben gestellte Frage übrigens wie folgt: „Im Prinzip Ja, aber dann muss die Bibliothek geradezu gigantisch groß sein, damit dieser Motor nicht wieder sofort ins Stocken gerät. Die neue Zentrale Landesbibliothek Berlin für nur (!) 200 Mio. Euro wird das nicht leisten können.“
Wir empfehlen: Die Errichtung eines Luftfahrtmuseums, den Umzug des Alliierten-Museums nach Tempelhof – sowie den Verzicht auf jede Form der Bebauung.
Etwas ratlos haben uns auch die Ausführungen des CDU-Spitzenkandidaten für Tempelhof-Schöneberg, Bernd Krömer, gemacht, der in einem Flugblatt die Bebauung des Flughafengeländes vehement verneint, um dann „die Ausweisung zusätzlicher Gewerbeflächen am Südrand des Tempelhofer Feldes [zu fordern]. Damit [wäre] die Parkanlage gegen den Lärm der S-Bahn-und Autobahntrasse abgeschirmt.“
Gewerbeflächen als Schallschutz für eine riesige Freifläche. Das kann Herr Krömer nicht wirklich ernsthaft wollen, ist er doch für einen uneingeschränkten Bestandsschutz des Flughafengeländes eingetreten. Etwas anderes würden seine Wähler, die sich beim Volksentscheid und beim Bürgerentscheid mit großer Mehrheit für den Flughafen entschieden haben, jedenfalls nicht unterstützen – und allein das zählt doch.
Ebenfalls überraschend kommt der erneute Ausbau des Flughafens Tegel für 500 000 Euro, der doch vermeintlich im Juni 2012 geschlossen werden soll. Ein Ausbau vorwiegend für den Winter, wo es sowieso weniger Passagiere gibt?
Wir fragen uns also, ob dieser Meldung (natürlich nach der Wahl in Berlin) nicht die offizielle Verlängerung der Betriebszeit von Tegel über den 3. Juni 2012 hinaus folgen wird, um die unübersehbaren Termin-Schwierigkeiten des BBI-Projekts zu überdecken.
Schließlich muss ja auch noch die ILA abgewickelt werden, die besonders in ihrem fliegerischen Teil den gerade erst in Betrieb genommenen Flughafen BBI massiv stören würde. Klaus Wowereit will eröffnen, egal was, und wenn es nur ein Teilbereich des BBI ist. Dann muss eben Tegel erst einmal in Betrieb bleiben. Und dazu, potzblitz, brauchen wir in Tegel mehr Kapazität. Und also wird noch eine Hütte für Air Berlin zusammengeschustert. Air Berlin? Da war doch was?
Und was sagt Radio Eriwan dazu?
„Im Prinzip richtig. Air Berlin gibt es. Aber vor der Wahl gibt es von niemand eine Stellungnahme. Schade, wir wissen erstmals in unserer Geschichte auch nicht mehr.“
Mit den besten Grüßen
Ihr Thema-Tempelhof Team
P.S.
Das D-catering Casino schließt zum 30.09.11. Bilder und Fotos, die in den Räumen hängen, sind ab sofort käuflich zu erwerben. Kontakt: D-catering-events@gmx.de. Alle Tempelhof-Freunde danken Frau Jaffé-Riessler ganz herzlich für Ihre Gastfreundschaft. Wir werden Sie und Ihr Casino sehr vermissen.
Die Autoren-Lesung mit Wolfgang Przewieslik
Als Gast begrüßen wir Horst Pillau, der eigene Texte zum Thema „55 Jahre Privatpilot“ vortragen wird.
Datum: Sonntag, den 21.08.11, 17 Uhr 30 – 20 Uhr.
Ort: D-catering Casino, Flughafen Tempelhof 1, 12101 Berlin, Bauteil K2, Eingang links neben der Passagierhalle, U-Bhf-Platz der Luftbrücke.
Anmeldung: info@das-thema-tempelhof.de
Bestellung: Der Fall (von) Tempelhof, 2. erweiterte Auflage 2011 mit einem Vorwort von Horst Pillau.

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