Klaus Wowereit sei Dank: In Berlin können Parks wie Flughäfen aussehen.
Wird der BBI/BER der beste aller denkbaren Flughäfen werden?

Liebe Tempelhof-Freunde, liebe Leser unseres Newsletters,
auch uns lässt die Berliner Abgeordnetenhauswahl vom 18.09.2011 nicht kalt, obwohl das Ergebnis festzustehen scheint.
Kurz und knapp könnten wir schreiben, dass der alte Regierende Bürgermeister wohl auch der neue sein wird. Wowereits Partei werden um die 30% der abgegebenen Stimmen prognostiziert, was unter den hiesigen Verhältnissen gleichbedeutend mit einer absoluten Wowereit-Mehrheit ist. Allein die Stelle des Juniorpartners ist noch zu vergeben.
Aber ganz so kurz wollen wir es nun doch nicht machen, da in Berlin nämlich nicht nur eine absolute Mehrheit bei deutlich unter 50% beginnt, sondern auch Parks wie Flughäfen aussehen. Schilder werden ausgewechselt und fertig ist die Grünanlage.
2010 wurde als dem Flughafen Tempelhof ein solcher „Park“ und ab 2012 soll aus dem Flughafen Tegel die „Tegeler Stadtheide“ werden. Die „urbane Natur“ umfasst auf diese Weise nun schon 44% der Stadtfläche. London und Paris bringen es auf 42% bzw. 23% (Berliner Morgenpost 01.09.11).
Der Berliner Senat begründet das folgendermaßen: „Die klima- und sozialgerechte Weiterentwicklung der Grün- und Freiräume ist zentrales Thema einer zukunftsfähigen und lebenswerten Stadtentwicklung", so die Stadtentwicklungssenatorin Junge-Reyer, zu der auch „Do-it-Yourself-Gärtner“, „Freilandlabore“ und „interkulturelle Gärten“ gehören würden (Berliner Morgenpost 01.09.11).
Bei so viel Polit-Lyrik schaudert es einen und man stellt sich die Frage, ob es vor Wowereits Regierungsantritt und vor dem Wirken von Junge-Reyer überhaupt schon Grünanlagen und Landschaftsparks in Berlin gegeben hat?
Doch die gab es und was nun als Farce aufgeführt wird, war seit dem Preußen Peter Joseph Lenné Ausdruck einer hochentwickelten Gartenkultur und einer leistungsfähigen Stadt, der das Sein wichtiger war als der Schein.

Wowereit steht nun für den schönen Schein wie kein anderer und viel buntes Papier blendet seit geraumer Zeit jeden Widerspruch aus. Stadtbrachen werden zu Parks und der BBI/BER Airport in Schönefeld wird zum Besten aller denkbaren Flughäfen erklärt.
Sind Kapazitätsprobleme des Flughafens und der komplementären Nahverkehrs- und Straßennetze nun wahrscheinlich? Nein, lautet die Antwort von Wowereit und der Flughafengesellschaft. Genau das Gegenteil wird eintreffen, wobei mit Superlativen nicht gegeizt wird und inflationär Begriffe wie „hochmodern “, „konkurrenzlos“, „ambitioniert“ und „attraktiv“ verwandt werden.
Klaus Wowereit wird sich jedenfalls an dem messen lassen müssen, was er den Wählern erzählt hat und wir werden sehen, ob der „Herr der Flughafenparks“ nicht hier und da geflunkert hat – was bei Tempelhof gang und gäbe war.
Wir empfehlen schließlich die Wahlentscheidung davon abhängig zu machen, ob die jeweilige Partei für den absoluten Bestandsschutz des Flughafens Tempelhof und seiner direkten Umgebung sowie für die Ansiedlung des Alliierten- und eines Luftfahrtmuseums eintritt.
Und außerdem bitten wir alle diejenigen, die beim Volksentscheid FÜR den Erhalt des Flughafens Tempelhof gestimmt und sich somit gegen Wowereit gestellt haben, ihm nun bei der Wahl die Rote Karte zu zeigen.
Mit den besten Grüßen
Ihr Thema-Tempelhof Team
…und nicht das Tempelhof-Buch vergessen:

Bestellung: Der Fall (von) Tempelhof
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