Fluglärm ist kein Lärm, sondern ein Geräusch voller Sehnsucht.
Zum 3. Jahrestag der Schließung des schönsten Flughafens der Welt am 30.10.2008.

Entwürfe für den Neubau der Zentral- und Landesbibliothek Berlin (ZLB) 40/40, auf dem Flughafen Tempelhof, www.bda-bund.de.
Liebe Tempelhof-Freunde, liebe Leser unseres Newsletters,
wir können keine Billionen Euro (mit oder ohne Hebel) anbieten, sondern nur unsere Fassungslosigkeit über die Zustände in Berlin ausdrücken.
Der Flughafen Tempelhof ist auch hier nach wie vor ein Prüfstein, der weit über das Fachthema hinaus Auskunft über den Zustand unserer Stadt und unseres Gemeinwesens gibt.
Die res publica (lat.: öffentliche Sache) wurde im April 2008 von 529 880 wackeren Berlinern vertreten, die für ihren Flughafen abstimmten. Da aber viele starke Hände untätig blieben, konnte Klaus Wowereit den Flughafen Tempelhof schließen, wobei auch die eine oder andere faustdicke Unwahrheit nicht zu kurz kam.
Die Besatzung der Ju 52, die kurz vor Mitternacht am 30.10.2008 zusammen mit dem Rosinenbomber Tempelhof verließ, meldete sich mit dem folgenden Funkspruch beim Tower ab:
„Wir stehen hier auf der Bahn 27 R in Berlin-Tempelhof, auf dem schönsten Flughafen der Welt, und wir alle haben eine Träne im Auge, und wir alle wissen warum und sie wissen auch warum. Wenn wir irgendwann wieder hierher kommen, werden wir wieder eine Träne im Auge haben und auch wissen warum. Wir sagen „Auf Wiedersehen!“
Den peinlichen Abgesang steuerte die Flughafengesellschaft bei, die einen zehntklassigen Tenor „Time to say goodbye“ in den Wind schmettern ließ. Merke: Wer keine Klasse hat, wird sie auch in einem solchen Moment nicht zeigen können.
Klasse fehlt in Berlin leider auch der Politischen Klasse. Anders ist es nicht zu erklären, dass sich jetzt auf einmal Klaus Wowereit als Büchernarr outet, der eine Bibliothek für mindestens 270 Mio. Euro auf Pump in Tempelhof genau zwischen die Runways geklotzt haben will – und das Ganze auch noch von der Berliner CDU willfährig abgenickt bekommt.
www.plattformnachwuchsarchitekten.de bemerkt dazu, dass mit der Amerika-Gedenkbibliothek (AGB), einem Geschenk des Amerikanischen Volkes an das freie West-Berlin, und der vor über 100 Jahren gegründeten Berliner Stadtbibliothek, die den demokratischen Reformansatz der Jahrhundertwende verkörpert, gelungene Berliner Stadtgeschichte abgewickelt werden würde - ein Gedanke der Klaus Wowereit auch bei der Flughafenschließung mutmaßlich nicht fremd war.
Leider können wir unseren Lesern auch die folgende Lyrik nicht ersparen, die wir in den Räumen des BDA Landesverbandes Berlin e.V., Mommsenstr. 64, 10629 Berlin, zur Kenntnis nehmen mussten. Wo Staatsknete in Hülle winkt, ist der Geist wohl abwesend:
„Die Zentral- und Landesbibliothek als geistige Zentrale Berlins im Rückrad der „Städtischen Stoa Tempelhof“. Berlin braucht nicht mehr Gebäude, sondern Neue Gebäude. Der Entwurf Ernst Sagebiels als Fluxpunkt der Zeiten – Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Stadt Berlin niedergeschrieben und erlebbar in der Zentral- und Landesbibliothek. Das Tempelhofer Feld wird wie der Tiergarten zur Natur-Agora. Die Städtische Stoa Tempelhof mit der Zentral- und Landesbibliothek in der Mitte stellt das klassische Bindeglied zwischen bebautem und offenem Raum dar. In der Stoa entsteht Öffentlichkeit.“
Man fragt sich aufgrund dieser monströsen Nichtigkeiten in Wort und Bild, warum dem Flughafen Tempelhof immer wieder die Nazi-Keule über den Schädel gezogen worden ist.
Zum BBI/BER: Mietverträge werden dort erst für den Oktober 2012 angeboten, obwohl die Eröffnung eigentlich schon im Juni erfolgen soll. Und die Beschäftigten der bisherigen Flughäfen Tegel und Schönefeld erhalten nun für den neuen Flughafen auch neue Arbeitsverträge, die im Entgeld bis zu 50% abgesenkt sind. Die Hymnen auf den vermeintlichen Jobmotor BBI/BER ignorieren sowohl diese Tatsachen, als auch die Jobverluste durch die Schließung von TXL.
Wir vermuten übrigens, dass Klaus Wowereit potentielle chinesische Investoren für den Flughafen Tempelhof nicht besser behandelt hätte, als die Amerikaner Lauder und Langhammer, die er als „reiche Onkels aus Amerika“ schmähte.
Und ganz undiplomatisch fragen wir: Wann hört dieser Wahnsinn auf?
Mit den besten Grüßen
Ihr Thema-Tempelhof Team
P. S.
Am 30.10.2011 wird in Tempelhof des 3. Jahrestages der skandalösen Flughafenschließung gedacht:
12-13 Uhr am Luftbrückendenkmal
15-19 Uhr am Adlerkopf
…und nicht das Tempelhof-Buch vergessen:
Bestellung: Der Fall (von) Tempelhof

„EDDI“ – lautete der ICAO-Code für den Flughafen Tempelhof.
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Der Newsletter „Das Thema Tempelhof“ - die Fachinformation zum Flughafen Tempelhof und zum Flughafensystem der Region Berlin-Brandenburg, wird herausgegeben vom Verein „Das Thema Tempelhof e.V.“
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