Die Geschichte des Flughafens Tempelhof
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08.10.1923
Eröffnung des Flugplatzes Tempelhof und Übergabe des Tempelhofer Feldes an die Junkers Luftverkehr-Gesellschaft und die Deutsche Aero-Lloyd durch den Berliner Magistrat. Initiator war der Verkehrsstadtrat Dr. Leonard Adler.
Hiermit endete die über zweihundertjährige Geschichte des Militärgeländes Tempelhofer Feld und die Ära der zivilen Nutzung begann. Der Flughafen Berlin wurde bald zum Standort von mehr als 30 Fluggesellschaften, und entwickelte sich in der Folge schnell zu einem der wichtigsten europäischen Luftdrehkreuze.
Dr. Leonard Adler war u. a. verantwortlich für die Gründung der Berliner Verkehrsgesellschaft, BVG. Der Diplom-Ingenieur wurde nach dem Krieg Generaldirektor der Verkehrsbetriebe in Mailand und widmete sich danach als Franziskaner-Priester der Arbeiterseelsorge.
Mit dem Flughafen Tempelhof wurde der erste Verkehrsflughafen der Welt eröffnet. Ab 1927 verfügte der Flughafen mit dem U-Bhf-Paradestraße über einen direkten U-Bahn-Anschluss. Der heutige U-Bhf-Platz der Luftbrücke (ehem. U-Bhf-Kreuzberg/U-Bhf-Flughafen) entstand dann im Rahmen des Ausbaus von Tempelhof zum Zentralflughafen in den Dreißiger Jahren.
19.05.1924
Gründung der Berliner Flughafen-Gesellschaft (BFG).
1926-32
Nationale und internationale Flugtage begeistern bis zu 400.000 Besucher.
06.01.1926
Gründung der Deutschen Luft Hansa. Die beiden Tempelhofer Fluggesellschaften Deutsche Aero-Lloyd und Junkers Luftverkehr schließen sich zu dem neuen Unternehmen Deutsche Luft Hansa zusammen.
01.05.1926
Erste Nachtflugstrecke Berlin-Königsberg mit Anschluss an die Verbindung Königsberg-Moskau.
23.07.1926
Drei Junkers G-24 starten in Berlin und landen am 30.08.1926 in Peking.
07.06.1927
Nach einer Nonstop-Atlantiküberquerung erreichen Clarence D. Chamberlin und Charles Levine mit ihrer Bellanca W. B. 2 "Columbia" Berlin. Vier Wochen vorher war Charles Lindbergh nach dem ersten Nonstop-Atlantikflug in Paris gelandet.
14.05.1928
Erste Schnellverbindung Berlin-Zürich in 5 Stunden und 15 Minuten.
1931
Mit der Junkers G 38 wird das damals größte Landflugzeug der Welt von der Luft Hansa in Dienst gestellt. Im gleichen Jahr wird die dreimotorige Junkers Ju-52 "Tante Ju" der Öffentlichkeit vorgestellt.
13.05.1931
Erste Landung des Luftschiffs "Graf Zeppelin" in Berlin-Tempelhof.
1934
Planung eines neuen Abfertigungsgebäudes durch Prof. Ernst Sagebiel, der damit entsprechende Überlegungen aus den zwanziger Jahren aufnimmt. Der Flughafen Tempelhof fertigt in diesem Jahr 200 000 Passagiere ab. Mit seinem Verkehrsaufkommen liegt der Berliner Zentralflughafen vor Paris, Amsterdam und London an der Spitze des Europäischen Luftverkehrs.
1936
Baubeginn der neuen Abfertigungsanlagen. Nach dem Ausbau soll der Flughafen eine Abfertigungskapazität von 6 Millionen Passagieren pro Jahr haben.
Das in der Folgezeit entstandene Flughafengebäude ist mit 284 000 qm und einer Gesamtlänge von 1 230 m aktuell das drittgrößte Bürogebäude der Welt. Aktuell wird das Tempelhofer Flughafengebäude nur noch vom Pentagon in Washington D.C. und dem Parlamentsgebäude in Bukarest übertroffen.
Das Vorfeld des Flughafens besitzt mit 480 000 qm ebenfalls eine beeindruckende Größe und eine große Zahl von Flugzeugstellplätzen. Das realisierte Flughafenkonzept zeichnet sich durch eine hohe Funktionalität und durch kurze Wege aus.
04.12.1937
Richtfest der neuen Abfertigungsanlagen.
14.08.1938
Erste Landung einer Verkehrsmaschine vom Typ Focke-Wulf Condor nach dem ersten Transatlantikflug Berlin-New York und zurück. Bei der Focke-Wulf Condor handelte es sich um das erste viermotorige und um das modernste Passagierflugzeug seiner Zeit. Tempelhof war damit erneut Schauplatz einer technischen Innovation.
01.04.1939
Teilfertigstellung des neuen Flughafens. Einzug der Verwaltung und der Werkstätten der Lufthansa.
1939-1945
Bombardierung des Flugfeldes, relativ geringe Schäden an den Gebäuden. Der Flughafen Tempelhof erfüllte während des Zweiten Weltkriegs keine operative militärische Funktion, diente aber als Standort für die Montage von Kampfflugzeugen.
22.04.1945
Als letztes Flugzeug der Lufthansa verlässt eine Ju 52 Tempelhof in Richtung Warnemünde.
04.07.1945
Nach einer kurzzeitigen Besetzung durch die Rote Armee werden amerikanische Luftlandeeinheiten in Tempelhof stationiert.
Mai 1946
Mit einer DC-4 der Fluggesellschaft American Overseas Airlines AOA landet die erste Passagiermaschine nach dem Krieg in Tempelhof.
25. 04.1947Der amerikanische Außenminister George C. Marshall und der Militärgouverneur der amerikanischen Besatzungszone in Deutschland Lucius D. Clay treffen sich auf dem Flughafen Tempelhof. Gegenstand der Gespräche ist die Zukunft Europas. Am 5. Juni 1947 verkündet George C. Marshall den nach ihm benannten Plan für den wirtschaftlichen Wiederaufbau Europas in Harvard. 26.06.1948
Beginn der Luftbrücke. Aufgrund der sowjetischen Blockade der Landverbindungen zu den Sektoren der West-Alliierten in Berlin wird, unter der Leitung des Militärgouverneurs der US-amerikanischen Besatzungszone, General Lucius D. Clay, das größte luftgestützte Versorgungsunternehmen der Geschichte gestartet.
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In Tempelhof, Tegel und Gatow landen und starten im 90-Sekunden-Takt Flugzeuge um die 2, 2 Millionen Menschen im Westteil Berlins zu versorgen. Die Douglas C-47 Skytrain avanciert hierbei zum Sinnbild der Luftbrücke. Da der amerikanische Pilot Gail Halvorsen auf eigene Initiative hin Süßigkeiten abwirft, erhalten die Transportflugzeuge insgesamt den Spitznamen "Rosinenbomber".
09.09.1948
Ernst Reuter vor dem Berliner Reichstag: "Ihr Völker der Welt, ihr Völker in Amerika, in England, in Frankreich, in Italien! Schaut auf diese Stadt und erkennt, dass ihr diese Stadt und dieses Volk nicht preisgeben dürft und nicht preisgeben könnt!" Auf dem Platz der Republik hatten sich mehr als 350.000 Menschen zur größten Kundgebung seit dem Kriegsende eingefunden.
12.09.1948
Die US-Streitkräfte laden ca. 150 Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, d.h. Senatsvertreter, Geschäftsleute u. Repräsentanten von Wohltätigkeitsorganisationen auf den Flughafen Tempelhof ein, um das reibungslose Funktionieren der Luftbrücke zu demonstrieren. Mit dieser Veranstaltung wird der "Tag der offenen Tür/Open House" in Tempelhof begründet.
Ab 1950 wird das Flughafengelände einmal im Jahr für die gesamte Bevölkerung geöffnet. Der "Tag der offenen Tür" entwickelt sich in der Folge zu einer der erfolgreichsten Veranstaltungen überhaupt. Jedes Jahr besuchen Hunderttausende den Flughafen Tempelhof.
16.04.1949
Rekordtag der Luftbrücke.
In 1 344 Einsätzen werden 9 993 Tonnen Lebensmittel und Gebrauchsgüter in die Stadt geflogen. Insgesamt werden im Verlauf der Luftbrücke 2,3 Millionen Tonnen Fracht eingeflogen, davon 1,44 Millionen Tonnen Kohle, 490 000 Tonnen Nahrungsmittel und 160 000 Tonnen Baustoffe.
12.05.1949
Ende der Luftbrücke. Die Sowjets akzeptierten mit der Aufhebung der Berlin Blockade den überwältigenden logistischen und politischen Erfolg der Alliierten, und die Zurückweisung ihres Machtanspruchs durch die West-Berliner Bevölkerung. Die Sowjets verschleierten fortan das Eingeständnis ihres Scheiterns als „humanitäre Geste“. Diese orthodox-sowjetische Geschichtsauffassung erlebte dann in der Auseinanderset- zung um Tempelhof 2008 eine Wiederauflage.
30.09.1949
Der Platz vor dem Flughafen erhält den Namen "Platz der Luftbrücke". Seit 1951 erinnert das Luftbrückendenkmal, im Volksmund die "Hungerharke" genannt, an die 41 Briten, 31 US-Amerikaner und 6 Deutschen, die bei den rund 278 000 Flügen ihr Leben ließen, um das freie Berlin aus der Luft zu versorgen.
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Eine zweite kleinere „Hungerharke“ steht am "anderen Ende" der Luftbrücke am Flughafen Frankfurt a. M. Während der Sowjetischen Blockade gab es unter der Berliner Zivilbevölkerung zudem zahlreiche Opfer aufgrund von Krankheit und Mangelernährung.
05.01.1950
Die Air-France nimmt den zivilen Flugverkehr wieder auf.
14.07.1950
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Vertrag über die zivile Nutzung von Tempelhof durch die BEA, AOA/Pan Am und die Air France.
09.07.1951
Weiterer Ausbau des Flughafens, Eröffnung der neuen Abfertigungsanlagen.
1954
In diesem Jahr fertigt der Flughafen Tempelhof mehr als 650 000 Passagiere ab.
06.06.1955
Die erste DC-6 der Pan Am trifft aus New York kommend in Tempelhof ein.
06.12.1955
Der dreimillionste Fluggast seit der Wiedereröffnung des zivilen Teils wird in THF begrüßt.
07.10.1957
Die Air-France setzt auf der Strecke Paris-Berlin erstmals die Super-G-Constellation ein.
24.02.1960
Mit der Caravelle der Air-France beginnt das Zeitalter der Düsenjets in Tempelhof.
02.07.1962
Eröffnung der umgebauten und reparierten Passagierhalle des Flughafens Tempelhof, dem zentralen Element des Flughafens.
01.12.1964
Erstflug einer Boeing 727 der Pan Am in Tempelhof.
30.06.1967
25 Millionste Fluggast seit der Wiedereröffnung des zivilen Teils.
12.06.1969
Baubeginn für den Flughafen Berlin-Tegel.
Juli 1971
Das größte Transportflugzeug der Welt, die C5A "Galaxy" der U.S. Air Force, landet in Tempelhof.
September 1972
Ein Großraumflugzeug des Typs Lockheed L 1011 der BEA landet in Tempelhof.
1974
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In diesem Jahr werden mehr als 6 Millionen Passagiere in THF abgefertigt; ca. 320 000 Besucher nehmen am "Tag der offenen Tür" auf dem Flughafen Tempelhof teil.
01.09.1975
Umzug der Liniengesellschaften British Airways und Pan Am nach Tegel und Schließung von THF für den zivilen Luftverkehr.
September 1976
Erstlandung einer Boeing 747 SP "Jumbo" in THF.
18.11.1983
Begrüßung des 100 Millionsten Fluggastes in Tempelhof.
01.07.1984
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Inbetriebnahme des neuen 71,3m hohen Radarturmes. Im Umkreis von 360 km können nun alle Flugbewegungen überwacht werden.
1985
Der Flughafen Tempelhof wird erneut für den zivilen Flugverkehr geöffnet. Da die US Air Force in Tempelhof bleibt, wird der Flughafen zweigeteilt in einen zivilen und einen militärischen Teil.
1990
Zum Winterflugplan 1990 nimmt Lufthansa wieder Flüge mit Regionalflugzeugen in Tempelhof auf. Anlässlich ihrer Rückkehr ließ die Deutsche Lufthansa AG eine Bronze-Plakette mit dem untenstehenden Text verfassen. Die Plakette wurde an der Außenfassade des Flughafens Tempelhof angebracht und ist nach wie vor dort zu besichtigen:
"Hier in Tempelhof hatte die am 6. Januar 1926 gegründete Deutsche Lufthansa AG von 1938 bis 1945 ihren Verwaltungssitz. Tempelhof war auch Zentralflughafen der Lufthansa-Flotte. Wir bleiben uns unserer Bindung an Berlin bewusst. Deutsche Lufthansa Aktiengesellschaft"
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Die Ju-52 "Berlin-Tempelhof" der Lufthansa Berlin-Stiftung am 30.10.2008 in THF.
03.10.1990
Übergabe der Lufthoheit an die deutschen Behörden. Erstmals nach 1945 können wieder Passagierflugzeuge mit einer deutschen Zulassung in THF landen.
31.03.1991
Im Sommerflugplan bieten 10 Luftverkehrsgesellschaften 11 innerdeutsche und 8 internationale Ziele im Liniendienst an.
31.12.1991
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Im ersten Jahr der Reaktivierung des Flughafens werden 404.048 Passagiere gezählt.
1992
Zum letzten Mal findet der "Tag der offenen Tür" der US Air-Force in Tempelhof statt.
26.06.1993
Die US Air-Force übergibt den militärischen Teil des Flughafens Tempelhof der Berliner Flughafengesellschaft, der bislang durch einen Stacheldrahtzaun und strikte Kontrollen vom öffentlichen Teil getrennt war. Der Geschäftsführer Hans-Henning Romberg nimmt einen großen Holzschlüssel entgegen, der von der Air Force angefertigt worden war.
1994
1994 werden von Lufthansa die Destinationen Basel, Bremen, Brüssel, Hamburg, Kiel, Rönne, Wien sowie von LH-Partnern Genf, Kopenhagen, Luxemburg von Tempelhof aus angeflogen.
09.11.1994
Die neue Regionalkontrollzentrale der DFS Deutsche Flugsicherung wird eingeweiht.
1995
Die Lufthansa verlagert ihre Flüge nach Tegel und unterstützt hiermit die damaligen Schließungsabsichten der Flughafengesellschaft.
28.05.1996
Die Bundesregierung und die Bundesländer Berlin und Brandenburg legen im Konsensbeschluss, der eine rechtlich unverbindliche „Empfehlung“ darstellt, die Schließung des Flughafens Tempelhof nach Rechtskraft des Planfeststellungbeschlusses für den neuen Großflughafen Berlin-Brandenburg International (BBI) fest. Seitdem wird mehrfach versucht, den Flughafen Tempelhof zu schließen.
07.05.1997COSMOS Air aus Mannheim führt den ersten Linienflug Mannheim – Tempelhof mit seiner neuen Dornier DO 328 Turboprop D-COSA durch. Die Maschine landet um 1405 UTC in EDDI. Von diesem Tag an flog Cosmos Airlines täglich mehrmals nach Tempelhof bis das Unternehmen und damit auch die Strecken von Cirrus Airlines übernommen wurden. Die D-COSA blieb auch im Eigentum der Cirrus Airlines ein regelmäßiger Gast des Flughafens Tempelhof bis zum Tag der Schließung am 30.10.2008. 01.11.1998
Beginn des Linienverkehrs von Tempelhof Express nach Köln/Bonn. Die Regionalfluggesellschaft fliegt von THF aus Ziele im innerdeutschen und innereuropäischen Raum an, u. a. Köln u. Nizza. Airline-Chef Hans-Henning Romberg: "Unsere Kunden sind von THF aus in 5 Minuten am Potsdamer Platz und profitieren am Flughafen von einem Check-In von 10 Minuten."
23.09.2004
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Der Eilantrag der in Tempelhof ansässigen Fluggesellschaften gegen den sofortigen Vollzug der Entlassung der Berliner Flughafengesellschaft aus der Betriebspflicht für den Flughafen Tempelhof hat Erfolg, THF bleibt offen.
27.05.2006
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Das RedBull AirRace findet auf dem Flughafen Tempelhof statt. 475 000 Berliner besuchen anlässlich dieses Ereignisses THF.
09.07.2006
Finale der Fußball-Weltmeisterschaft im Berliner Olympiastadion. Auf dem Flughafen Tempelhof stehen, da weder in Tegel noch in Schönefeld entsprechende Kapazitäten vorhanden sind, über 200 Business-Jets auf dem Vorfeld. Weitere 70 Flugzeuge stehen in den Hangars.
Wäre diese Möglichkeit nicht vorhanden gewesen, hätten diese Jets nach Leipzig oder Hannover fliegen müssen. THF hat damit zum wiederholten Male seine Bedeutung als wichtige Ressource für Berlin unter Beweis gestellt.
19./21.12.2006
Die formale Richtigkeit des Schließungsbescheides vom August 2006 für den Flughafen Tempelhof, der die Schließung zum 31.10.07 vorsieht, wird vor dem Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg (OVG) verhandelt.
Die klagenden Tempelhofer Fluggesellschaften unterliegen am 12.02.2007. Die formale Richtigkeit des mehrfach abgeänderten und nun auf den 31.10.2008 datierten Schließungsbescheides wird vom OVG bestätigt, ohne dass hieraus ein Zwang zur Schließung hervorgehen würde.
Da das Gericht eine Revision nicht zulässt und aus diesem Grund eine Beschwerde auf die Zulassung einer Revision anhängig ist, besitzt das Urteil nach wie vor keine Rechtskraft.
08.05.2007
Der Senat bestätigt die fristgerechte Einreichung von knapp 30 000 gültigen Vertrauensunterschriften zur Beantragung des Volksbegehrens zur Offenhaltung von Tempelhof. Das eigentliche Volksbegehren wird am 15.10.2007 beginnen und hat die Einwerbung von mindestens 170 000 Unterschriften zum Ziel.
07.06.2007
Durch ein hastig eingeleitetes Verfahren zur Aufhebung der Planfeststellung für den Flughafen Tempelhof wird seitens des Berliner Senats versucht, den sich abzeichnenden Erfolg des Volksbegehrens zu unterlaufen.
Die planungsrechtliche Entwidmung des Flughafengeländes würde die luftverkehrsrechtliche Zweckbestimmung des Geländes aufheben. Gegen den von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung erlassenen Entwidmungsbescheid werden mehrere Klagen eingereicht.
08.09.2007
Erstlandung einer A 330 der LTU in Tempelhof.
15.09.2007
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Der gebürtige Berliner Sundus Rifaat aus Eppstein im Main-Taunus-Kreis organisiert ein Tempelhof-Fly-In mit 175 Privatpiloten aus ganz Europa, um für den Erhalt des Flughafens Tempelhof zu demonstrieren. 2008 findet ein erneutes Fly-In mit 182 Flugzeugen und 325 Teilnehmern statt.
21.11.2007
Die Feldlerche liebt den Flughafen Tempelhof! Ein Großteil der Berliner Population der bedrohten Singvogelart Feldlerche ist auf dem Flughafen Tempelhof heimisch, so wie insgesamt ca. 25 Brutvogelarten. Der Charaktervogel der offenen Agrarlandschaft hat sich somit als großer Tempelhof-Fan geoutet, wie übrigens schon 74% der Berliner.
04.12.2007
Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig bestätigt die formale Richtigkeit des Schließungsbescheides für THF. Ein Zwang zur Schließung geht aus dieser Entscheidung jedoch nicht hervor, da nur die Einwände gegen die Schließung zurückgewiesen werden.
14.02.2008
204.907 Berliner haben in einem Volksbegehren ihre Unterschrift für den Erhalt des Flughafens Tempelhof geleistet.
Das Volksbegehren für den Erhalt des Flughafens Tempelhof ist damit erfolgreich. Der Termin für den folgenden Volksentscheid wird auf den 27.04.2008 festgesetzt. Die Terminentscheidung wird öffentlich kritisiert und eine Zusammenlegung mit der naheliegenden Europawahl gefordert. Dieses Begehren wird vom Senat abgelehnt.
27.04.2008
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Volksentscheid über die Offenhaltung des Flughafens Tempelhof
Es werden 529 880 Ja-Stimmen für den Erhalt von Tempelhof abgegeben. Trotzdem ist der Volksentscheid nicht erfolgreich. Es haben zwar 60% pro Tempelhof abgestimmt, aber das Quorum von 25% aller Wahlberechtigten wurde mit 21,7 % nicht erreicht.
06.06.2008
Gegen das festgestellte Ergebnis des Volksentscheids wird vom Betreiber des Volksentscheids, der ICAT e.V., eine Verfassungsbe-schwerde eingereicht. Es soll geprüft werden, ob die einschlägigen Äußerungen des Regierenden Bürgermeisters als ernsthafte Ankündigungen eines Verfassungsbruchs gerügt werden müssen und ob somit faire Rahmenbedingungen für die Durchführung des Volksentscheids vorlagen. Sollte das Verfassungsgericht diesen Verdacht bestätigen, müsste die Abstimmung wiederholt werden.
28.08.2008
Erörterungstermin beim Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg , Klagen gegen den Entwidmungsbescheid (Aufhebung des Nutzungs- zwecks) für den Flughafen Tempelhof. Gegen den Bescheid liegen Klagen der ICAT e.V. und des Privatklägers Wolfgang Przewieslik vor.
Als Ergebnis des Erörterungstermins wird ein Termin für die mündliche Verhandlung für den Dezember 2008 in Aussicht gestellt.
Der Entwidmungsbescheid, terminiert für den 31.10.2008, wird daher zu diesem Termin, zeitgleich mit dem Datum der geplanten Einstellung des Flugverkehrs, nicht rechtskräftig werden. Der Flughafen Tempelhof würde seinen Nutzungszweck daher auch im Falle einer Schließung behalten. Unter einer neuen Betreibergesellschaft könnte der Flughafen Tempelhof dann prinzipiell erneut geöffnet werden.
23.10.2008
Eine Gruppe von Berliner Bürgern erstattet Anzeige wegen des Verdachts der Untreue gegen Klaus Wowereit.
Der Regierende Bürgermeister wird beschuldigt, in seiner Funktion als Aufsichtsratsvorsitzender der Flughafengesellschaft durch seine Einflussnahme auf die Schließung des Flughafens Tempelhof eine Belastung des Landes Berlin von voraussichtlich mindestens 12 Mio. Euro jährlich ohne äußere Not verursacht zu haben.
28.10.2008
Der Berliner Verfassungsgerichtshof hat den Einspruch der Interessengemeinschaft City-Airport Tempelhof (ICAT e.V.) gegen die Feststellung des Scheiterns des Volksentscheides zurückgewiesen.
30.10.2008
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Die Red Bull-DC 6 am 30.10.2008 in THF.
Klaus Wowereit beendet ohne eine objektiv nachvollziehbare Begründung den Flugverkehr in Tempelhof. Auf der von der Flughafengesellschaft veranstalteten „Party“ kommt es zu massiven Zwischenrufen gegen Wowereit, inklusive der Bezeichnung „Lügner“. Die Rede des Geschäftsführers Dr. Schwarz geht im Lärm unter und erhält keinen Beifall. Klaus Wowereit, der eigentlich mit einem der beiden letzten Flüge aus Tempelhof starten wollte, erfährt von der Ablehnung seitens der Piloten und verlässt als Veranstalter (Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft) gegen 22.00 Uhr verärgert die Schließungs-„Party“.
Der Berliner Senat hat hiermit zu verantworten, dass eine wichtige Infrastruktureinrichtung mutwillig geschlossen und der Stadt Berlin somit ein schwerer Schaden zugefügt worden ist. Die nun vom Steuerzahler zu tragenden Unterhaltskosten des Flughafens belaufen sich auf rund 55.000 Euro pro Tag, somit auf mindestens 20 Millionen Euro im Jahr - für den geschlossenen Flughafen. Im Vergleich hiermit erscheinen die innerhalb der Flughafengesellschaft zu verrechnenden „Verluste“ von 10 Mio Euro pro Jahr des aktiven Flughafens als klein.
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Am Abend der Schließung auf dem Vorfeld von Tempelhof.
Da das Entwidmungsverfahren für den Flughafen vorerst noch nicht entschieden ist, bleibt Tempelhof – wenn auch ohne Flugverkehr – bis auf weiteres im rechtlichen Sinne ein Flughafen.
24.11.2008
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Die letzten drei in Tempelhof verbliebenen Flugzeuge verlassen aufgrund einer Außenstartgenehmigung der Luftfahrtbehörde, um die es einen heftigen Streit gegeben hatte, den Flughafen Tempelhof. Um 12.11, 12.12 und um 12.15 Uhr rollen die Antonov AN-2 sowie die Beechcraft Bonanza zum Start. Die Beechcraft Bonanza, mit Viola Holtzmann und Detlef Bosin am Steuer, ist damit die vorerst letzte Maschine, die vom Flughafen Tempelhof abhebt.
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Am Schließungstag hatten die Wetterverhältnisse einen Start nicht zugelassen. Der Pressesprecher der Flughafengesellschaft, Ralf Kunkel, übte an diesem Tag massiven Druck auf die in Tempelhof verbliebenen Piloten aus. Ralf Kunkel sprach von einer Provokation (Berliner Morgenpost, 30.10.08) und drohte den in Anbetracht des schlechten Wetters zweifelnden Piloten einen Abtransport ihrer Flugzeuge per Tieflader an. Dieser Abtransport hätte pro Flugzeug ca. 60 000 Euro gekostet.
Dem Druck der Flughafengesellschaft beugten sich dann viele Piloten. Obwohl das Wetter an diesem Tag für Sichtflüge wegen schlechter Sicht und Vereisungsgefahr als „unsafe“ eingestuft werden musste, verließen, bis auf die drei verbliebenen Flugzeuge, die restlichen Maschinen zu Sichtflugbedingungen den Flughafen Tempelhof, obwohl diese nicht mehr gegeben waren.
Die Luftfahrtbehörde stellte abschließend fest, dass die nachträgliche Auswertung der Wetterdaten des 30.10.08 ergeben hat, dass "ein Flug unter Sichtflugregeln nicht mehr durchzuführen war." Außerdem wurde der angedrohte Abtransport der Maschinen als unverhältnismäßig und aufgrund des zeitlichen und finanziellen Faktors als unzumutbar bezeichnet. Daher hätte die Drohung des Flughafensprechers aus heutiger Sicht sogar als „verbotener Eingriff in den Luftverkehr“ gewertet werden können.
17.12.2008
Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg weist die beiden Klagen gegen den Entwidmungsbescheid für Tempelhof unter Ausschluss der Revision ab. Der Einzelkläger kündigte daraufhin die Einlegung einer Nichtzulassungsbeschwerde an.
Der Entwidmungsbescheid wird daher vorerst nicht rechtskräftig werden und der Flughafen Tempelhof bleibt bis auf weiteres im planungsrechtlichen Sinne ein Flughafen.
12.05.2009
Der Berliner Senat lässt auf dem geschlossenen, aber noch nicht entwidmeten, Flughafen Tempelhof den 60. Jahrestag des Endes der Berliner Blockade und das Auslaufen der Luftbrücke feiern. Eine Feier zum 60. Jahrestag des Beginns der Luftbrücke am 26.06.2008 wurde mit der zynischen Begründung „Wir feiern lieber die Freiheit als die Unfreiheit!“ verweigert. Der funktionslose Flughafen wurde damit zur hohlen Kulisse für die würdelose Feier eines wichtigen Gedenktages.
 © Roland Pogander 2009
Anstatt realer Starts- und Landungen kam es nur zu einem Überflug eines Rosinenbombers. Insgesamt erwartete den Besucher eine konzeptionslose Zusammenstellung von Imbissbuden, historischen Fahrzeugen und Showbühnen.
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In den 90er Jahren verbot der Denkmalschutz den Einbau von Klima-Anlagen und Sicherheitsschlössern - 2009 erfolgte der Abriss von kompletten Gebäudeteilen.
18.08.2009
Das Bundesverwaltungsgericht bestätigt am 18.08.2009 endgültig die vom Berliner Senat verfügte planungsrechtliche Entwidmung des Flughafens und wies damit die Beschwerde eines Einzelklägers gegen eine gleichlautende Entscheidung des OVG Berlin-Brandenburg vom Dezember 2008 und gegen den Ausschluss der Revision ab.
Mit dieser Entscheidung wurde allein der formale-juristische Aspekt der Tempelhof-Schließung bestätigt. Die inhaltliche Frage, ob die Flughafenschließung sinnvoll oder gar zwingend gewesen sei, wurde mit dieser Entscheidung nicht bejaht. Die politisch bestimmte Schließungsentscheidung von Klaus Wowereit konnte auch hierdurch nicht bestätigt werden.
Unvergessen bleibt die unwahre Aussage von Klaus Wowereit am 24.4.2008, kurz vor dem Tempelhof-Volksentscheid, im Berliner Abgeordnetenhaus: "Wenn Tempelhof offen bleibt, kommt sofort ein Baustopp für BBI!"
Wowereit setzte sich mit dieser Aussage über den rechtlichen Sachverhalt hinweg, dass das Baurecht für den BBI unangreifbar war, und Tempelhof und Tegel den gleichen Rechtstatus besaßen, d.h. dass sie mindestens bis zu 6 Monate nach der Eröffnung des BBI hätten offen gehalten werden können. Eine Auswirkung auf Tempelhof hätte erst der Weiterbetrieb nach diesen 6 Monaten haben können, was sich aber natürlich nicht mehr in einem Baustopp hätte manifestieren können.
Klaus Wowereit trägt die volle politische Verantwortung für die Folgen der Tempelhof-Schließung. Eine dauerhafte Schädigung der regionalen Luftverkehrsinfrastruktur, die beispiellose Schädigung des Ansehens von Berlin in der Luftfahrtwelt und weiter anwachsende Subventionen für den geschlossenen (!) Flughafen Tempelhof aus dem Berliner Landeshaushalt werden die Folge sein.
Und – die nun mehr zwei Jahre nach der Schließung von Tempelhof vorliegenden erstmals gründlichen Studien zur Kapazität des BBI bestätigen, dass Tempelhof weiterhin gebraucht worden wäre: Die Runway-Kapazität des BBI reicht schon im Eröffnungsjahr in den Spitzenstunden nicht aus, alle gewünschten Flugbewegungen durchzuführen.
„Wer Flughäfen schließt, schafft Engpässe.“ Auch das ist „Be Berlin“:
 © Das Thema Tempelhof e.V. 2010
Feld, Park, Parklandschaft oder offenes Denkmal: Wachleute in Tempelhof unter sich.
Herbst 2010
 © MSD 2010. Tempelhof im Herbst.
01.06.2011

© Das Thema Tempelhof e.V. Dr. Jens Karstedt, Präsident der Bundesingenieurkammer und der Baukammer Berlin, und Baudirektor Hans-Dieter Hegner vom Bundesministerium für Verkehr, Bauen und Stadtentwicklung. Die Bundesingenieurkammer und die Baukammer Berlin zeichnen den Flughafen Tempelhof als Historisches Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst in Deutschland aus. Dr. Jens Karstedt: „Große Ingenieurbauwerke der Vergangenheit zu ehren heißt auch, den Blick nach vorne zu richten und den Beitrag der Ingenieure für Fortschritt und Zukunft zu würdigen.“ Genannt seien hier vor allem die 40 m weit auskragende Stahlkonstruktion der Hangars, die bis heute gültigen Maßstäbe der kurzen Wege im Gebäude, die optimale Anbindung an die externen Verkehrsnetze und die jeweilige Trennung von In- und Auslandsflugverkehr sowie von An- und Abflügen. © Das Thema Tempelhof e.V.
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